Franziska Hauser

Am Ende der Kleinigkeiten (Frankfurter Verlagsanstalt)

Moderation: Sonja Vandenrath

Kommune, Karriere am Theater und dann Kind und dies alles mit Anfang zwanzig; ein Leben im Turbogang. Irma wächst auf in einer Hippiegemeinschaft mit mehreren Vätern und einer hochgradig egozentrischen Mutter. Kurz nach der Pubertät dann die nächste Kommune: ein berühmtes Theater in einer großen Stadt, dem sie verfällt und das sie groß macht. In kürzester Zeit erobert Irma die Bühne und brilliert in der Hauptrolle; besetzt von ihrem Lover, dem psychotischen Starregisseur mit Abstiegsängsten. Doch das Eis, auf dem sie tanzt, ist dünn und das Theater seit je her eine Ausbeutungsmaschinerie.

Eine Kommune, die Besitzlosigkeit predigt und ein Theater als Hort der Kunst; so groß der Idealismus auch sein mag, beider Abgründe sind nicht minder tief. Irma, das gebrannte Kommunenkind, fällt von einer Extremsituation in die nächste und wir folgen ihr dabei atemlos, beeindruckt von ihrem Freigeist und der Widerständigkeit gegenüber Verlogenheit und toxischen Beziehungen. Am Ende der Kleinigkeiten erzählt eindrucksvoll von den kleinen und großen Verletzungen einer Frau, die sieht, was verborgen bleiben soll. Franziska Hauser hat eine Heldin neuen Typs geschaffen.

Franziska Hauser wurde 1975 in Berlin-Pankow geboren. Sie studierte an der Kunsthochschule Weißensee und an der Ostkreuzschule. Ihr Roman Sommerdreieck erschien im Rowohlt Verlag. Die Gewitterschwimmerin war 2018 für den Deutschen Buchpreis nominiert und erschien, wie auch Die Glasschwestern und Keine von ihnen im Eichborn Verlag. Zuletzt erschien 2025 in Zusammenarbeit mit Maren Wurster die Anthologie Ost* West* frau* (Frankfurter Verlagsanstalt). Franziska Hauser hat zwei Kinder und lebt in Berlin.

Dr. Sonja Vandenrath ist Literaturwissenschaftlerin und -vermittlerin und leitet den Fachbereich Literatur und Wissenschaft im Kulturamt Frankfurt am Main. 

Dienstag, 24. Februar 2025, 19 Uhr

Ort: Historische Villa Metzler, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main

Eintritt 8 / erm. 4 €. Die Plätze sind begrenzt, um Anmeldung per E-Mail an
literatur.kulturamt@stadt-frankfurt.de wird gebeten.

In Kooperation mit dem Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main e.V.