Ulf Erdmann Ziegler
Mann ohne Kind (Wallstein)
Moderation: Oliver Jungen
Wie aus dem Nichts fällt das Mädchen in Oles Leben. Bis eben hatte es sich noch versteckt. Da ist sie, Miki, siebzehn, die nicht zur Schule geht und schwer mit sich hadert. Es ist Frühjahr in Berlin, hell und kalt. Da ist die Gespenstervilla, das altehrwürdige Kolleg, ein Flecken Strand am Wannsee, eine Küche mit einem großen quadratischen Fenster. Über dem Eingang der Villa schweben zwei in Eisen gegossene Engel über dem Motto „per aspera ad astra“. Diese Engel sind wir, sagt Dolly. Wir beschützen euch. Wir, das sind Dolly selbst, Oles Ehefrau, und Haruko, Mikis Mutter. Sie beobachten die plötzliche, passionierte Freundschaft zwischen dem Mann ohne Kind und dem Kind, das einen Vater zutiefst vermisst. Miki ist wieder in Tokio, und Ole schreibt seine Geschichte auf. Und dann kommt die Einladung. Die erste Reise nach Japan und die zweite. Unter dem Klischee des blühenden Kirschbaums entdeckt Ole eine fast schon geheime Gesellschaft von Genies und Sonderlingen. Miki und Ole streifen durch das älteste Viertel Tokios, Ginza, beobachten Leute, besuchen Restaurants und freuen sich darüber, dass eine Schuhverkäuferin Ole für Mikis Vater hält. Aber das ist nicht die Zukunft. Gibt es eine Zukunft?
Bei den Frankfurter Premieren stellt Ulf Erdmann Ziegler seinen brandneuen Roman Mann ohne Kind (Wallstein) pünktlich zum Erscheinen erstmals dem Publikum vor. Das Gespräch mit dem Frankfurter Schriftsteller führt der Literaturkritiker und Journalist Oliver Jungen.
Ulf Erdmann Ziegler ist Schriftsteller und hat mehrere Romane verfasst. Diese durchleuchten unterschiedliche Phänomene, so ist in seinem Roman Hamburger Hochbahn (Wallstein) das Metier der Architektur, in Nichts Weißes (Suhrkamp) die Typographie und in Und jetzt du, Orlando! (Suhrkamp) das Kino Gegenstand seiner Erzählungen. Nichts Weißes stand 2012 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2008 erhielt er den Hebbelpreis. Neben der Literatur schreibt Ziegler Essays, Kunstkritik und gelegentlich Nachrufe für die taz, den Deutschlandfunk und Monopol. Zuletzt erschien Es gibt kein Zurück (Wallstein).
Oliver Jungen ist freier Kulturjournalist und schreibt vor allem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Die Veranstaltung wurde verschoben, neuer Termin: Freitag, 7. August 2026, 19 Uhr
Ort: AusstellungsHalle 1a, Schulstraße 1a, 60594 Frankfurt am Main
Eintritt 8 / erm. 4 €. Die Plätze sind begrenzt, um Anmeldung per E-Mail an
literatur.kulturamt@stadt-frankfurt.de wird gebeten.





