Erika Thomalla im Gespräch mit Bernd Eilert und Eckhart Nickel

Gegenwart machen. Eine Oral History des Popjournalismus (Schöffling & Co.)

Laut, subjektiv, experimentierfreudig. Klatsch statt Kommentar, Rankings statt Analysen, Moden und Trends als Kampfansagen. Der Popjournalismus brachte frischen Wind in ein Metier, das sich Objektivität und sachlicher Nüchternheit verpflichtet fühlt. Seit den späten 70ern und bis in die 2000er Jahre hinein wurden unter dem schillernden Label Impulse gesetzt, Gewohnheiten unterlaufen und Karrieren gestartet. Zeitschriften und Magazine wie Tempo, Spex, Wiener oder Mode & Verzweiflung waren Spielwiesen nicht nur für neue Formen des journalistischen und literarischen Schreibens, sondern rangen auch um Haltung. Es ging um Fragen der richtigen Ästhetik, um das Leben und den Alltag in einer Welt, geprägt von Konsum, Spektakel und Oberflächen. Und es ging darum, selbst Pop zu machen, Pop zu sein.

Für Gegenwart machen. Eine Oral History des Popjournalismus (Schöffling & Co.) hat Erika Thomalla Interviews geführt mit nahezu allen, die damals dabei waren – von Maxim Biller und Johanna Adorján über Diedrich Diederichsen und Clara Drechsler bis hin zu Christian Kracht und Moritz von Uslar. Entstanden ist ein großes Zeitbild, bestehend aus unzähligen Geschichten und Anekdoten. Mit Eckhart Nickel und Bernd Eilert stellen zwei der Protagonisten das Buch gemeinsam mit der Herausgeberin bei den Frankfurter Premieren vor.

Erika Thomalla ist Professorin für Buchwissenschaft und Digitale Buchkultur an der LMU München, wo sie zum Literaturbetrieb der Gegenwart forscht. Als Literaturkritikerin und Essayistin schreibt Thomalla für die F.A.Z., die F.A.S., die Süddeutsche Zeitung und den Freitag.

Bernd Eilert zählt zur Neuen Frankfurter Schule und schrieb viele Jahre für das Satiremagazin Titanic. Bekannt wurde er außerdem durch seine Zusammenarbeit mit Otto Waalkes, für viele von dessen Filmen er die Drehbücher verfasste. Zuletzt veröffentlichte er 2024 zusammen mit Klaus Modick Nachlese. Hundert Bücher – Ein Jahrhundert (Onomato). Bernd Eilert lebt in Frankfurt am Main.  

Eckhart Nickel gehörte zum popkulturellen Quintett Tristesse Royal (Kiepenheuer & Witsch) und hat gemeinsam mit Christian Kracht in Kathmandu die Zeitschrift Der Freund herausgegeben. Er schreibt Reiseerzählungen und -reportagen und hat zuletzt eine Romantrilogie bestehend aus Hysteria, Spitzweg und Punk (alle Piper) veröffentlicht. Eckart Nickel lebt in Frankfurt am Main. 

Die Veranstaltung wurde verschoben, neuer Termin: Mittwoch, 8. Juli 2026, 19 Uhr

Ort: AusstellungsHalle 1a, Schulstraße 1a, 60594 Frankfurt am Main

Eintritt 8 / erm. 4 €. Die Plätze sind begrenzt, um Anmeldung per E-Mail an
literatur.kulturamt@stadt-frankfurt.de wird gebeten.